Eine Bank hat 100 € an Vermögenswerten, finanziert durch 96 € Einlagen und 4 € Eigenkapital. Ihre Anlagen verlieren nur 5 % an Wert. Was passiert?
Banken haben zwei eingebaute Verwundbarkeiten. Erstens den Hebel: Sie arbeiten mit wenig Eigenkapital, also reicht ein kleiner Verlust zur Insolvenz. Zweitens die Fristentransformation: Sie verleihen langfristig, schulden aber kurzfristig (jederzeit abrufbare Einlagen). Daraus folgen zwei Krisenarten: Insolvenz (Vermögen < Schulden) und Illiquidität (alle wollen gleichzeitig ihr Geld).
Stell das Eigenkapital-Polster der Bank ein und lass ihre Anlagen an Wert verlieren. Sieh, wie wenig es braucht:
Bei 4 % Eigenkapital beträgt der Hebel 25:1, ein Wertverlust von 4 % genügt zur Insolvenz. Der Bank Run ist ein Koordinationsversagen (Diamond & Dybvig): Es gibt zwei Gleichgewichte, „alle bleiben ruhig" (stabil) und „alle rennen" (Kollaps).
Drei Schutzwälle: Einlagensicherung (nimmt den Grund zum Rennen), Lender of Last Resort (die Zentralbank leiht solventen Banken kurzfristig Liquidität) und Eigenkapitalvorschriften (Basel, dickeres Polster). Doch Minsky warnt: Gerade die Ruhe verführt zu mehr Schulden und Risiko, bis es kippt. Genau diesen Mechanismus siehst du in Stufe 5, der Zins verstärkt den Absturz.
Tipp: Im 🔵 Geek-Modus stehen der Hebel, das Bank-Run-Koordinationsspiel, die drei Schutzwälle und der Minsky-Bezug zu Stufe 5.
Diese Quellen erschließen die behandelten Mechanismen. Rechenbeispiele, Quizfragen und vereinfachte Modelle: inschlau. Historische Denkschulen sind Perspektiven mit unterschiedlichen Annahmen. Prüfe bei konkreten Zahlen Zeitraum und Voraussetzungen; aus einem Modell folgt keine sichere Prognose.