Du hast eine Firma analysiert und schätzt ihren fairen Wert auf 100 € je Aktie. An der Börse kostet sie gerade 98 €. Zugreifen?
Eine Firma ist so viel wert wie das gesamte Geld, das sie ihren Eigentümern in der Zukunft einbringt, heute zusammengerechnet. Weil Geld in der Zukunft weniger wert ist als heute (Zeit und Risiko), wird es abgezinst. Das ist die Grundidee der Discounted-Cashflow-Methode (DCF):
Schätze den freien Cashflow je Aktie, sein Wachstum und den Diskontsatz (die geforderte Rendite). Der Rechner bestimmt einen fairen Wert, und vergleicht ihn mit dem Kurs:
Vereinfacht man die DCF zu ewigem, gleichmäßigem Wachstum, ergibt sich das Gordon-Wachstumsmodell:
Daraus folgt sofort: Das Wachstum darf nicht dauerhaft über dem Diskontsatz liegen, sonst wäre eine Firma unendlich viel wert (und nichts wächst ewig schneller als die Wirtschaft). Vor allem aber zeigt die Formel, wie empfindlich der Wert ist: Verschiebst du Wachstum oder Diskontsatz nur um einen Punkt, springt der faire Wert weit. Bewertung ist eine Schätzung mit Spanne, keine exakte Zahl.
Tipp: Im 🔵 Geek-Modus steht, warum schon kleine Annahme-Änderungen den fairen Wert stark verschieben, und warum man deshalb eine Sicherheitsmarge braucht.
Diese Quellen erschließen die behandelten Mechanismen. Rechenbeispiele, Quizfragen und vereinfachte Modelle: inschlau. Historische Denkschulen sind Perspektiven mit unterschiedlichen Annahmen. Prüfe bei konkreten Zahlen Zeitraum und Voraussetzungen; aus einem Modell folgt keine sichere Prognose.
Englischsprachige Quellen erklären die Mechanik; US-Steuer- und Produktregeln werden dadurch nicht auf Deutschland übertragen.