Du hast zwei Aktien, beide mit im Schnitt 8 % Rendite, beide schwankungsfreudig. Du teilst 50/50. Die Durchschnittsrendite bleibt 8 %, aber was passiert mit dem Risiko?
Diversifikation heißt: nicht alles auf eine Karte setzen. Der Clou liegt in der Korrelation: Je weniger zwei Anlagen im Gleichschritt laufen, desto mehr glättet ihre Mischung die Schwankungen.
Hier zwei Anlagen: Aktien (8 % Rendite, 18 % Vola) und Anleihen (4 % Rendite, 8 % Vola). Stell die Mischung und die Korrelation ein. Achte darauf, wie sich die Kurve nach links biegt, das ist gesenktes Risiko geschenkt:
Für zwei Anlagen mit Gewichten w und (1−w), Volatilitäten σ und Korrelation ρ:
Der letzte Term mit ρ ist der ganze Zauber: Ist ρ < 1, fällt σP unter den gewichteten Durchschnitt der Einzelrisiken. Bei ρ = −1 ließe sich Risiko theoretisch sogar auf null senken. Die Menge aller besten Mischungen ist die Effizienzkurve.
Ein Welt-Aktienindex hält tausende Firmen aus allen Branchen und Ländern, das spezifische Einzelrisiko (Lektion 1) ist darin praktisch wegdiversifiziert. Übrig bleibt nur das Marktrisiko, für das es die Prämie gibt. Mehr Streuung zum Nulltarif geht kaum.
Tipp: Im 🔵 Geek-Modus stehen die Portfolio-Varianz-Formel, die Effizienzkurve und warum ein breiter Indexfonds Einzelrisiken praktisch auslöscht.
Diese Quellen erschließen die behandelten Mechanismen. Rechenbeispiele, Quizfragen und vereinfachte Modelle: inschlau. Historische Denkschulen sind Perspektiven mit unterschiedlichen Annahmen. Prüfe bei konkreten Zahlen Zeitraum und Voraussetzungen; aus einem Modell folgt keine sichere Prognose.
Englischsprachige Quellen erklären die Mechanik; US-Steuer- und Produktregeln werden dadurch nicht auf Deutschland übertragen.