Wirtschaftsschule · Block 12 · Lektion

Die 4-%-Regel, wann bist du finanziell frei?

Finanzielle Freiheit ist keine Gefühlssache, sondern eine Zahl. Diese Lektion zeigt dir, wie viel Vermögen du brauchst, damit dein Geld für dich arbeitet, und wie schnell du dorthin kommst.

Du willst, dass dein Vermögen deine Lebenskosten dauerhaft deckt, ohne dass du arbeiten musst. Wie viel brauchst du dafür, wenn du 30.000 € im Jahr ausgibst?

Wie viel Vermögen brauchst du bei 30.000 € Jahresausgaben?

Die 4-%-Regel & deine Zahl

Die Regel stammt aus der Trinity-Studie (1998) und der Arbeit von William Bengen (1994): Entnimmst du im ersten Jahr 4 % deines Depots und passt den Betrag danach jährlich an die Inflation an, überlebte ein gemischtes Aktien-Anleihen-Depot historisch in den allermeisten Fällen 30 Jahre und länger. Daraus folgt deine magische Zahl:

Deine Zahl = Jahresausgaben × 25  (weil 4 % Entnahme = 1 ⁄ 25)

Ab diesem Punkt zahlt dein Depot dir grob deine Jahresausgaben aus, ohne sich aufzuzehren: Arbeiten wird optional. Das ist die Idee hinter der FIRE-Bewegung.

Deine Zahl & dein Weg dorthin

Gib deine Jahresausgaben ein und stell deine Sparquote ein. Der Rechner zeigt deine Zielzahl, und wie viele Jahre du bis zur finanziellen Freiheit brauchst:

Deine Jahresausgaben (€)30.000
Sparquote (Anteil deines Einkommens)25 %
Erwartete reale Rendite5 %
🎯 Deine Zahl (25× Ausgaben)
,
⏳ Jahre bis zur Freiheit
,
Jahre bis FI bei verschiedenen Sparquoten (gleiche Rendite):
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💼 Mit deinen echten Zahlen: Im Finanz-Tracker (Tab „Prognose") siehst du genau diese Zielzahl und wann du sie erreichst, basierend auf deinem echten Vermögen und deiner Sparrate.

Der wichtigste Hebel: deine Sparquote

Das Verblüffende: Wie schnell du frei wirst, hängt fast nur von deiner Sparquote ab, nicht von der Höhe deines Einkommens. Denn die Sparquote bestimmt beides gleichzeitig: wie viel du zurücklegst und wie niedrig deine Zielzahl ist (niedrigere Ausgaben → kleineres Ziel). Grob:

Ehrlich eingeordnet, die Kritik an der 4-%-Regel: Sie beruht auf US-Vergangenheitsdaten und einem 30-Jahre-Horizont. Wer mit 40 in Rente geht (50+ Jahre), sollte vorsichtiger entnehmen, viele nennen heute 3 bis 3,5 % (also das 28- bis 33-Fache) als sicherer. Gefährlich ist vor allem ein Crash früh in der Entnahmephase (Sequenzrisiko, siehe Glide-Path-Lektion). Flexibilität, in schlechten Jahren weniger entnehmen, erhöht die Sicherheit enorm. Die 4-%-Regel ist eine starke Leitplanke, keine Garantie.

💶 Was heißt das für dich?

Tipp: Im 🔵 Geek-Modus steht, warum deine Sparquote, nicht dein Gehalt, bestimmt, wie schnell du frei wirst.

Nachlesen und gegenprüfen

Diese Quellen erschließen die behandelten Mechanismen. Rechenbeispiele, Quizfragen und vereinfachte Modelle: inschlau. Historische Denkschulen sind Perspektiven mit unterschiedlichen Annahmen. Prüfe bei konkreten Zahlen Zeitraum und Voraussetzungen; aus einem Modell folgt keine sichere Prognose.

Englischsprachige Quellen erklären die Mechanik; US-Steuer- und Produktregeln werden dadurch nicht auf Deutschland übertragen.