Du legst 1.000 € unter die Matratze und lässt sie 30 Jahre liegen. Bei 3 % Inflation pro Jahr — wie viel sind sie dann real noch wert (in heutiger Kaufkraft)?
Inflation ist der anhaltende Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Anders gesagt: Dein Geld verliert Kaufkraft — für denselben Euro bekommst du mit der Zeit weniger. Gemessen wird sie an einem Warenkorb: Man vergleicht, was dieselben Dinge heute gegenüber letztem Jahr kosten.
Inflation wirkt wie ein Zinseszins — nur rückwärts. Jedes Jahr ein paar Prozent weniger wert klingt harmlos, aber über Jahrzehnte frisst es den Großteil deiner Kaufkraft. Die Formel ist dieselbe wie beim Zinseszins, nur dass du teilst:
Woher kommt Inflation? Vereinfacht: Wenn mehr Geld auf gleich viele Güter trifft, steigen die Preise (zu viel Geld jagt zu wenige Waren). Auch steigende Kosten (Energie, Löhne) treiben sie.
Der Zusammenhang von Geldmenge und Preisen wird oft so geschrieben (Quantitätstheorie):
Geldmenge M mal Umlaufgeschwindigkeit V = Preisniveau P mal reale Produktion Y. Wächst M schneller als die reale Produktion Y (bei stabilem V), steigt P — Inflation. Das ist die formale Fassung von „zu viel Geld jagt zu wenige Waren".
Was wirklich zählt, ist der reale Zins — nach Abzug der Inflation:
Bei 4 % Zinsen und 3 % Inflation wächst dein Vermögen real nur um ~1 %. Sind die Zinsen niedriger als die Inflation (negativer Realzins), verlierst du trotz Zinsen. Genau deshalb zielen Zentralbanken auf eine niedrige, stabile Inflation (~2 %) — genug, um Deflation (fallende Preise, gefährlich für Schuldner und Konjunktur) zu vermeiden, aber wenig genug, um Vertrauen zu erhalten.
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