Eine Notenbank drückt die Zinsen künstlich tief, um die Wirtschaft anzukurbeln. Kredite sind billig, alle bauen und investieren. Klingt super — was kann schiefgehen?
Die Österreichische Schule (Carl Menger, Ludwig von Mises, Friedrich Hayek) betont radikal den Markt und die Grenzen des Wissens. Ihr Herzstück, das Wissensproblem: Das nötige Wissen ist über Millionen Köpfe verstreut und steckt in Preisen. Kein Planer kann es zentral bündeln — daher Hayeks Verdikt gegen die Planwirtschaft. Und aus der Zinsmanipulation leiten sie ihre Konjunkturtheorie ab.
Der „natürliche" Zins (der Sparer und Investoren ausgleicht) liegt hier bei 4 %. Setz den Leitzins der Notenbank — und sieh, was die Österreicher prophezeien:
Hayek (Nobelpreis 1974) zeigte, wie aus dezentralem Handeln spontane Ordnung entsteht — Preise als Informationssystem. Mises ergänzte das Kalkulationsproblem: Ohne Marktpreise kann eine Planwirtschaft gar nicht rational rechnen. Die Österreichische Konjunkturtheorie (Wicksell, Hayek) macht die Lücke zwischen Markt- und natürlichem Zins für Fehlinvestitionen verantwortlich — daher ihr Ruf nach hartem Geld (Gold) und marktbestimmten Zinsen.
Spannend für unser Projekt: Österreicher und Gesell kritisieren beide das heutige Geldsystem — ziehen aber entgegengesetzte Schlüsse. Österreicher wollen knappes, wertstabiles Geld und keine Zinsmanipulation. Gesell will Schwundgeld, das zum Umlauf zwingt und den Zins gegen null drückt. Zwei radikale Gegenentwürfe zur selben Diagnose — du kannst sie in unseren Simulationen beide erkunden.
Tipp: Im 🔵 Geek-Modus stehen Hayeks spontane Ordnung, Mises' Kalkulationsproblem und der spannende Kontrast „Sound Money vs. Gesells Freigeld".