Zwei Verdächtige, getrennt verhört. Verrätst du den anderen, kommst du frei, wenn er schweigt (er kriegt dann 5 Jahre). Schweigt ihr beide, nur 1 Jahr. Verratet ihr euch beide, je 3 Jahre. Was tun rationale Spieler?
Die Spieltheorie untersucht Entscheidungen, bei denen dein Erfolg davon abhängt, was andere tun. Zentral ist das Nash-Gleichgewicht: ein Zustand, in dem niemand allein durch Strategiewechsel besser fährt.
Klick eine Zelle, um ein Ergebnis zu sehen (Zahlen = Jahre Haft, weniger ist besser; deine Jahre zuerst). Rot ist das Nash-Gleichgewicht, grün das für beide bessere Ergebnis:
| Gegner schweigt | Gegner verrät | |
|---|---|---|
| Du schweigst | 1 / 1 beste Summe |
5 / 0 |
| Du verrätst | 0 / 5 | 3 / 3 Nash |
„Verraten" ist hier eine dominante Strategie: die beste Antwort auf jede gegnerische Wahl. Wenn beide so denken, ist (Verraten, Verraten) das einzige Nash-Gleichgewicht, obwohl es pareto-suboptimal ist. Eigeninteresse führt hier nicht zum besten Gesamtergebnis, die Grenze von Adam Smiths unsichtbarer Hand (Block 6).
Spielt man das Spiel wiederholt (und kennt sich), ändert sich alles: Mit der Strategie Tit-for-Tat (erst kooperieren, dann das Verhalten des Gegners spiegeln) entsteht stabile Zusammenarbeit. Der „Schatten der Zukunft", die Aussicht auf weitere Runden, diszipliniert. Deshalb funktionieren Ruf, Wiederholung und langfristige Beziehungen als Kooperations-Motor (Axelrod, 1984).
Tipp: Im 🔵 Geek-Modus stehen dominante Strategie, Pareto-Falle und warum Tit-for-Tat im wiederholten Spiel Kooperation erzeugt.
Diese Quellen erschließen die behandelten Mechanismen. Rechenbeispiele, Quizfragen und vereinfachte Modelle: inschlau. Historische Denkschulen sind Perspektiven mit unterschiedlichen Annahmen. Prüfe bei konkreten Zahlen Zeitraum und Voraussetzungen; aus einem Modell folgt keine sichere Prognose.