Wirtschaftsschule · Block 7 · Lektion

Spieltheorie, das Gefangenendilemma

Was tun, wenn dein bestes Ergebnis davon abhängt, was ein anderer tut? Die Spieltheorie erklärt strategisches Denken, und ein berühmtes Rätsel zeigt, warum kluge Einzelne gemeinsam ins Verderben laufen können.

Zwei Verdächtige, getrennt verhört. Verrätst du den anderen, kommst du frei, wenn er schweigt (er kriegt dann 5 Jahre). Schweigt ihr beide, nur 1 Jahr. Verratet ihr euch beide, je 3 Jahre. Was tun rationale Spieler?

Was tun zwei rationale Spieler?

Worum geht's?

Die Spieltheorie untersucht Entscheidungen, bei denen dein Erfolg davon abhängt, was andere tun. Zentral ist das Nash-Gleichgewicht: ein Zustand, in dem niemand allein durch Strategiewechsel besser fährt.

Spiel es durch

Klick eine Zelle, um ein Ergebnis zu sehen (Zahlen = Jahre Haft, weniger ist besser; deine Jahre zuerst). Rot ist das Nash-Gleichgewicht, grün das für beide bessere Ergebnis:

Gegner schweigtGegner verrät
Du schweigst 1 / 1
beste Summe
5 / 0
Du verrätst 0 / 5 3 / 3
Nash
Klick eine Zelle …
Warum landet man im roten Feld? Egal, was der Gegner tut: Verraten bringt dir einzeln immer ein Jahr weniger (dominante Strategie). Also verraten beide. Das Ergebnis (3/3) ist stabil, aber für beide schlechter als gemeinsames Schweigen (1/1). Genau das macht das Dilemma so lehrreich.

Dominante Strategie & Pareto-Falle

„Verraten" ist hier eine dominante Strategie: die beste Antwort auf jede gegnerische Wahl. Wenn beide so denken, ist (Verraten, Verraten) das einzige Nash-Gleichgewicht, obwohl es pareto-suboptimal ist. Eigeninteresse führt hier nicht zum besten Gesamtergebnis, die Grenze von Adam Smiths unsichtbarer Hand (Block 6).

Wie Kooperation doch entsteht

Spielt man das Spiel wiederholt (und kennt sich), ändert sich alles: Mit der Strategie Tit-for-Tat (erst kooperieren, dann das Verhalten des Gegners spiegeln) entsteht stabile Zusammenarbeit. Der „Schatten der Zukunft", die Aussicht auf weitere Runden, diszipliniert. Deshalb funktionieren Ruf, Wiederholung und langfristige Beziehungen als Kooperations-Motor (Axelrod, 1984).

💶 Was nimmst du mit?

Tipp: Im 🔵 Geek-Modus stehen dominante Strategie, Pareto-Falle und warum Tit-for-Tat im wiederholten Spiel Kooperation erzeugt.

Nachlesen und gegenprüfen

Diese Quellen erschließen die behandelten Mechanismen. Rechenbeispiele, Quizfragen und vereinfachte Modelle: inschlau. Historische Denkschulen sind Perspektiven mit unterschiedlichen Annahmen. Prüfe bei konkreten Zahlen Zeitraum und Voraussetzungen; aus einem Modell folgt keine sichere Prognose.