Zwei Firmen wachsen beide kräftig. Die eine wird dabei immer wertvoller, die andere vernichtet Wert, obwohl ihr Umsatz steigt. Was unterscheidet die beiden?
Eine Firma, die sich aus eigener Kraft finanziert, wächst ungefähr so schnell, wie sie ihre Gewinne reinvestiert — multipliziert mit der Rendite, die sie darauf erzielt:
Eine Firma mit 20 % Kapitalrendite, die 60 % ihrer Gewinne reinvestiert, wächst aus eigener Kraft mit rund 0,6 × 20 % = 12 % pro Jahr — Jahr für Jahr. Das ist die Maschine hinter den großen Compounder-Aktien.
Stell die Qualität (Kapitalrendite) und die Reinvestitionsquote ein und sieh, wie der Gewinn über 20 Jahre wächst — und ob das Wachstum überhaupt Wert schafft:
Die entscheidende Schwelle sind die Kapitalkosten (grob 8 %): die Rendite, die Kapitalgeber mindestens erwarten. Daraus folgt eine klare Regel:
Liegt die Kapitalrendite über den Kapitalkosten, macht jeder reinvestierte Euro mehr, als er kostet — Wachstum ist ein Segen. Liegt sie darunter, wäre es besser, die Gewinne auszuschütten, statt sie schlecht zu reinvestieren. „Wachstum um jeden Preis" (teure Übernahmen, Imperienbau) ist genau die Falle.
Tipp: Im 🔵 Geek-Modus steht die Schwelle — Wachstum schafft nur Wert, wenn die Kapitalrendite über den Kapitalkosten liegt.