SFC-Modell · Stufe 2: Zinsanleihen (Modell PC)+ Zentralbank, + Zins

Aufbauend auf Stufe 1: Jetzt gibt es zinstragende Staatsanleihen und eine Zentralbank, die den Leitzins r setzt. Die Haushalte wählen, wie viel Vermögen sie als Bargeld (zinslos) oder als Anleihen (verzinst) halten — eine Portfolio-Entscheidung. Zum ersten Mal fließt Zinseinkommen. Drück Start.

Stellschrauben

Jahr0
Konsistenz-Check (versteckte Gleichung):
|BargeldNachfrage − BargeldEmission| = 0,0e+0
✓ buchhalterisch wasserdicht

Transaktions-Fluss-Matrix (laufendes Jahr)

Portfolio der Haushalte (Vermögen V)

0 Bargeld (zinslos)0 Anleihen (Zins)
Volkseinkommen Y
Vermögen V
Zinseinkommen r·B

Weg ins Gleichgewicht

Einkommen Y   Ziel Y*   Anleihen B   Bargeld H

Stufe 2 erklärt — Modell PC (Portfolio Choice) Wir fügen Stufe 1 zwei Dinge hinzu: einen Zinssatz (von der Zentralbank gesetzt) und eine zweite Geldanlage — verzinste Staatsanleihen.

Was neu ist

In Stufe 1 gab es nur zinsloses Bargeld. Jetzt kann der Staat sich auch über verzinste Anleihen (Bills) finanzieren, und die Zentralbank setzt den Leitzins r. Die Haushalte entscheiden, welchen Teil ihres Vermögens V sie zinslos als Bargeld H und welchen Teil verzinst als Anleihen B halten.

Die Portfolio-Entscheidung

Je höher der Zins, desto attraktiver sind Anleihen — die Haushalte verschieben ihr Vermögen (Tobin'sche Portfoliowahl):

B / V = λ₀ + λ₁·r − λ₂·(YD/V)   (Anleihe-Anteil steigt mit dem Zins r)

Der Rest des Vermögens ist Bargeld: H = V − B. Probier den Leitzins-Regler: Bei r = 0 liegt der Anleihe-Anteil niedrig, bei r = 5 % deutlich höher.

Zinseinkommen — der erste Umverteilungs-Kanal

Wer Anleihen hält, bekommt Zinsen: r·B. Dieses Einkommen zahlt der Staat (und besteuert es zugleich mit). In der Matrix siehst du die neue, hervorgehobene Zinszeile: Geld fließt vom Staat zu den Anleihehaltern. Noch ist es ein Haushaltssektor — aber genau hier sitzt der Hebel, der später Ungleichheit erzeugt: In Stufe 5/6, wenn wir die Haushalte aufspalten, fließt dieses Zinseinkommen an die Vermögenden, finanziert von allen Steuerzahlern.

Wie der Zins das Gleichgewicht verschiebt

Das verfügbare Einkommen enthält jetzt die Zinsen: YD = Y − T + r·B₋₁. Mehr Zins → mehr Einkommen → mehr Nachfrage → höheres Gleichgewichts-Einkommen Y*. Numerisch verifiziert: r = 0 % → Y* = 100 (wie Stufe 1), r = 2,5 % → Y* ≈ 106, r = 5 % → Y* ≈ 117. Der Leitzins ist also nicht neutral — er hebt Einkommen und verschiebt es zu den Vermögenden.

Konsistenz bleibt wasserdicht: Die versteckte Gleichung ist jetzt „nachgefragtes Bargeld = emittiertes Bargeld" (HHaushalte = HZentralbank). Sie gilt automatisch, weil die Ersparnis der Haushalte exakt dem Staatsdefizit entspricht — live oben geprüft (~10⁻¹³).

Nächste Stufe: Geschäftsbanken & Giralgeld — dann entsteht Geld nicht mehr nur durch den Staat, sondern durch private Kreditvergabe (loans create deposits).