In Stufe 1 gab es nur zinsloses Bargeld. Jetzt kann der Staat sich auch über verzinste Anleihen (Bills) finanzieren, und die Zentralbank setzt den Leitzins r. Die Haushalte entscheiden, welchen Teil ihres Vermögens V sie zinslos als Bargeld H und welchen Teil verzinst als Anleihen B halten.
Je höher der Zins, desto attraktiver sind Anleihen — die Haushalte verschieben ihr Vermögen (Tobin'sche Portfoliowahl):
Der Rest des Vermögens ist Bargeld: H = V − B. Probier den Leitzins-Regler: Bei r = 0 liegt der Anleihe-Anteil niedrig, bei r = 5 % deutlich höher.
Wer Anleihen hält, bekommt Zinsen: r·B. Dieses Einkommen zahlt der Staat (und besteuert es zugleich mit). In der Matrix siehst du die neue, hervorgehobene Zinszeile: Geld fließt vom Staat zu den Anleihehaltern. Noch ist es ein Haushaltssektor — aber genau hier sitzt der Hebel, der später Ungleichheit erzeugt: In Stufe 5/6, wenn wir die Haushalte aufspalten, fließt dieses Zinseinkommen an die Vermögenden, finanziert von allen Steuerzahlern.
Das verfügbare Einkommen enthält jetzt die Zinsen: YD = Y − T + r·B₋₁. Mehr Zins → mehr Einkommen → mehr Nachfrage → höheres Gleichgewichts-Einkommen Y*. Numerisch verifiziert: r = 0 % → Y* = 100 (wie Stufe 1), r = 2,5 % → Y* ≈ 106, r = 5 % → Y* ≈ 117. Der Leitzins ist also nicht neutral — er hebt Einkommen und verschiebt es zu den Vermögenden.