Du stellst an einem Tag Waren im Wert von 200 € her, bekommst aber 80 € Lohn. Wo landen die übrigen 120 €, und ist das gerecht?
Für Karl Marx (1818–1883) ist der Wert einer Ware durch die in ihr steckende Arbeit bestimmt (Arbeitswertlehre). Der Arbeiter werde aber nur zum Wert seiner Arbeitskraft bezahlt (was er zum Leben braucht), und schaffe in der restlichen Zeit unbezahlten Mehrwert, den sich der Kapitaleigentümer aneignet.
Marx teilt den Arbeitstag in zwei Teile: die notwendige Arbeit (in der du deinen Lohn „erarbeitest") und die Mehrarbeit (die dem Eigentümer als Profit zufällt). Verschieb die Regler und sieh die „Ausbeutungsrate":
Aus der Mehrwertlogik folgt für Marx mehrerlei: ein tendenzieller Fall der Profitrate, Überproduktionskrisen (die Arbeiter können nicht kaufen, was sie produzieren) und eine fortschreitende Konzentration des Kapitals in wenigen Händen. Letzteres berührt direkt unsere Ungleichheits-Lektion (r > g) und die Rentier-Kritik des ganzen Projekts.
Tipp: Im 🔵 Geek-Modus stehen Marx' Krisendynamik, der tendenzielle Fall der Profitrate, und die ehrliche Kritik an der Arbeitswertlehre.
Diese Quellen erschließen die behandelten Mechanismen. Rechenbeispiele, Quizfragen und vereinfachte Modelle: inschlau. Historische Denkschulen sind Perspektiven mit unterschiedlichen Annahmen. Prüfe bei konkreten Zahlen Zeitraum und Voraussetzungen; aus einem Modell folgt keine sichere Prognose.