Anna erbt ein Vermögen und lässt es einfach für sich arbeiten (Rendite r). Ben arbeitet, sein Lohn wächst mit der Wirtschaft (Rate g). Wer zieht über die Jahrzehnte davon?
Der Ökonom Thomas Piketty hat eine einfache Beobachtung berühmt gemacht: Historisch lag die Kapitalrendite r meist über dem Wachstum g. Wenn das gilt, wächst angehäuftes Vermögen schneller als Löhne und Wirtschaft, und sein Gewicht in der Gesellschaft nimmt zu. Vergangenheit (Erbe) dominiert dann die Gegenwart (Arbeit).
Schieb an Kapitalrendite und Wachstum. Solange r über g liegt, öffnet sich die Schere, das Vermögen (gold) zieht der Wirtschaft/den Löhnen (blau) davon:
Piketty beschreibt das Verhältnis von Vermögen zu Volkseinkommen β = Vermögen / Einkommen. Langfristig strebt es gegen die Sparquote geteilt durchs Wachstum:
Sinkt g (z. B. wegen Demografie, Lektion 4), steigt β, bei gegebenem r wächst der Kapitalanteil α am Volkseinkommen. Das ist die formale Seite von „r > g treibt die Konzentration".
Genau diesen Effekt siehst du in SFC-Stufe 6: Das verzinste Vermögen der „Rentiers" wächst mit r, die Wirtschaft mit g, der Gini-Koeffizient läuft im Zinssystem auseinander und bleibt im Freigeld stabil. Diese Lektion ist die Theorie dahinter.
Tipp: Der 🔵 Geek-Modus bringt Pikettys β = s/g, den Kapitalanteil α = r·β und die direkte Verbindung zum Gini-Verlauf in SFC-Stufe 6.
Diese Quellen erschließen die behandelten Mechanismen. Rechenbeispiele, Quizfragen und vereinfachte Modelle: inschlau. Historische Denkschulen sind Perspektiven mit unterschiedlichen Annahmen. Prüfe bei konkreten Zahlen Zeitraum und Voraussetzungen; aus einem Modell folgt keine sichere Prognose.