Lehrbücher sagen: Spritzt die Zentralbank 100 € Reserven ins System, „multiplizieren" die Banken das bei 10 % Mindestreserve zu 1.000 € Geld. Ist das wirklich, wie Geld entsteht?
Unser Geld existiert auf zwei Stockwerken, die sich nicht direkt mischen:
Die Zentralbank ist die „Bank der Banken": Sie gibt Basisgeld aus und setzt den Leitzins.
So erzählt es das alte Lehrbuch: 100 € werden eingezahlt, die Bank behält die Mindestreserve und verleiht den Rest, der wieder eingezahlt wird, wieder verliehen … bis sich die Geldmenge auf Basis ÷ Reservesatz aufsummiert. Schieb den Reservesatz und sieh die Kaskade:
Wollte die Zentralbank die Menge der Reserven fix vorgeben, würde der Zins am Geldmarkt wild schwanken. Um ihren Leitzins zu halten, muss sie Reserven elastisch bereitstellen, also so viele, wie das Bankensystem nachfragt. Daraus folgt zwingend: Sie setzt den Preis (Zins), die Menge ergibt sich endogen.
Quantitative Lockerung (QE) tauscht Anleihen gegen Reserven, es füllt das obere Stockwerk (Reserven), nicht direkt das untere (deine Einlagen). Deshalb führte QE nicht automatisch zu Hyperinflation: Reserven sind kein Kaufgeld des Publikums. Genau dieses Zwei-Stufen-System baust du in Stufe 4 nach.
Tipp: Im 🔵 Geek-Modus steht, warum die Zentralbank Reserven elastisch bereitstellt, was QE wirklich ist und wie Stufe 4 das nachbaut.
Diese Quellen erschließen die behandelten Mechanismen. Rechenbeispiele, Quizfragen und vereinfachte Modelle: inschlau. Historische Denkschulen sind Perspektiven mit unterschiedlichen Annahmen. Prüfe bei konkreten Zahlen Zeitraum und Voraussetzungen; aus einem Modell folgt keine sichere Prognose.